Géraldine Wallaschkowski Heilpraktikerin in Ayurveda-Medizin

Ayurveda&Yoga (2)

Die Grenzen der Immunstärkung

In diesem Artikel möchte ich den Unterschied zwischen Vermeidung von Krankheitsursachen und Krankheitsvorbeugung darlegen. Beide Konzepte sind in der Ayurveda-Medizin sehr gut beschrieben. In Bezug auf die jetzige Epidemie-Situation Ende März 2020 möchte ich aufzeichnen, wie wir über die Vermeidung der Virus-Übertragung hinaus Prävention betreiben können. In diesem Zusammenhang möchte ich allerdings die Grenzen der sogenannten „Immunstärkung“ aufzeigen.


Die Heilansätze des Ayurveda folgen den Grundprinzipien der Salutogenese. Nach dem Motto: Was macht Menschen gesund? Bei dieser Betrachtung werden alle für das Leben förderliche wie schädigende, positive wie negative Faktoren berücksichtigt. Die logische Schlussfolgerung dieser Analyse ist, dass die Ursachenvermeidung und der Ausschluss von Risikofaktoren oberste Priorität in der Gesundheitsförderung und in der Therapie haben. Zurzeit entsprechen Kontaktsperre, #stayathome, Quarantäne, Husten- und Nies-Etikette, Händewaschen und hygienische Händedesinfektion genau diesem Prinzip. Das macht absolut Sinn!

Die Grenzen der Immunstärkung

 

Das, was krank macht, vermeiden.

Aber stellen wir uns bewusst die Frage, was uns gesund macht?


Im Ayurveda spielen aktive Maßnahmen zum Erhalt der Gesundheit eine herausragende Rolle. Es sind insbesondere konkrete Empfehlungen zur Ernährung und in Bezug auf den Lebensstil. Diese Ratschläge berücksichtigen ganz individuell die Grundkonstitution, das Alter, Vorerkrankungen, Kraft, Vor- und Abneigungen sowie die persönliche Lebenssituation und den Beruf.

  • Eine individuell angepasste Ernährung kann langfristig eine gute Basis für die Vitalität und die Widerstandsfähigkeit bilden.
  • Bewegung und Entspannung ebenfalls angepasst an die Konstitution und die Lebenssituation tragen selbstverständlich auch zum Erhalt der Gesundheit bei.
  • Naturheilmittel und Nahrungsergänzungsmittel können zusätzlich helfen, bestimmte Störungen auszugleichen.

Leider findet diese Art von aktiver Gesundheitsförderung im Diskurs der Gesundheitspolitik überhaupt nicht statt.


Unabhängig von Konstitution, Alter, Vorerkrankungen und Lebenssituation gibt es ein paar wichtige Dinge, die für die meisten Menschen gelten, um das Immunsystem zu entlasten:

  • Durch die Nase atmen (Yoga-Atmung) und sich an der frischen Luft bewegen. Den Kreislauf dabei maßvoll anregen. Yoga und Meditation üben.
  • Vollwertige, pflanzlich-betonte Ernährung, möglichst frisch gekocht. Am besten warm verzehrt und ergänzt durch Salat mittags und Obst als Zwischenmahlzeit.
  • Zucker, Weißmehlprodukte (Finger weg vom Fast Food, Fertiggerichten und vielen Brot-Mahlzeiten) und Alkohol vermeiden, bzw. reduzieren.

Was kann ich noch tun, um mein Immunsystem zu stärken?

Diese Frage höre ich in letzter Zeit öfters. In der Regel müssen wir nicht extra Dinge tun, um das Immunsystem zu stärken, sondern eher Dinge lassen. Denn die Menschen, die sich bei einem viralen Infekt anstecken und krank werden, haben oft kein schwaches Immunsystem sonst ein „überschießendes, hyperaktives“ Immunsystem. Symptome sind Reaktionen des Immunsystems. Was wir u.U. tun können, ist das Immunsystem gezielt entlasten, damit es effizienter Erreger beseitigen kann und vielleicht ohne Ausbruch der Erkrankung eine Immunität aufbauen kann. Entlasten kann „weniger ist mehr“ im Sinne des traditionellen Fastens vor Ostern bedeuten. Übrigens nicht nur in Bezug auf die Ernährung, sondern auf alle möglichen Reize. Alle Informationen, ob Medikament oder Kräutertee, Emotionen oder Gedanken, schwer-verdauliche Nahrung oder Allergen in der Luft sind Reize für den Organismus, die Energie kosten und Kraft von der Immunabwehr abzweigen. Wenn wir fit bleiben wollen, ist es ratsam auf allen Ebenen die Reizüberflutung zu reduzieren. Zumindest sich Stressfaktoren bewusst werden und möglichst reduzieren.


Wie soll das gehen?

Wir leben zurzeit alle mehr oder weniger in einer Ausnahmesituation. Homeoffice, Homeschooling oder plötzlich ohne Arbeit. Menschen mit Vorerkrankungen leben z.T. abgeschottet von der Außenwelt und sind mit ihrer Angst mehr oder weniger allein gelassen. Mangel, Verzicht und Angst vor der Zukunft belasten viele Menschen.


Prävention unter diesen Bedingungen braucht einen Plan und keine Power-Drinks.

Unter den jetzigen Umständen ist es wichtiger denn je, sich für den Tag eine Struktur zu schaffen und aktive Prävention u.a. zur Entlastung des Immunsystems zu betreiben. Hier finden Sie eine Vorlage für einen Tagesplan als Inspiration. Eine leere Vorlage als Word-Dokument schicke ich Ihnen per Mail gern zu. Bitte über Kontaktformular anfordern.

Die Grenzen der Immunstärkung

 

Im Detail kann ich Menschen, die ich nicht persönlich kenne und bei denen ich keine genaue Anamnese im Vorfeld gemacht habe, nicht pauschal sagen, welche Gewürze, Naturheilmittel und Aktivitäten Sie zur „Immunstärkung“ einnehmen sollten. Zum Beispiel sind Zitronensaft, frischer Ingwer und Knoblauch nicht für jeden gut je nach gesundheitlicher Situation und Konstitution. Trotzdem möchte ich Sie dazu ermutigen, dass Sie sich einen Präventions-Plan machen und dabei Ihrer Erfahrung und Ihrem Bauchgefühl vertrauen… Sie werden dadurch Ruhe und Rhythmus in Ihr Leben bringen.
Vielleicht gibt Ihnen diese Hausaufgabe ein wenig Halt in stürmischen Zeiten. In jedem Fall ist dies echte Prävention, die Ayurveda in allen Lebenslagen empfiehlt.

Ein Präventions-Plan kann Ihnen  helfen, dem Gefühl der Schwere entgegen zu wirken, einen verzweifelten Aktionismus zu kanalisieren und Stimmungsschwankungen auszubalancieren.
Für eine individuelle Beratung stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

„Echte Disziplin führt zur wahren Freiheit“
Yoga-Weisheit
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